Wenn der Herbst einkehrt und sich Menschen in Wollmäntel und Strickschals hüllen, entsteht bei mir immer ein besonderes Gefühl der Zeremonie. Der Wechsel der Jahreszeiten bedeutet für mich mehr als nur sinkende Temperaturen – es ist ein Zeichen für ein neues Lebensgefühl. Und in meinem Zuhause spüre ich den Wandel nicht nur durch fallendes Laub vor dem Fenster oder dampfende Kürbissuppe, sondern auch durch den saisonalen Wechsel in der Garderobe meiner Hunde.
Viele Menschen fragen sich anfangs: Müssen Hunde wirklich Kleidung tragen? Früher stellte ich mir dieselbe Frage. Doch nach mehreren Wintern, mit verschiedenen Hunderassen und etlichen Tierarztbesuchen kann ich mit Überzeugung sagen: Für kleinere, kurzhaarige oder ältere Hunde bietet passende Kleidung nicht nur Wärme und Komfort, sondern schützt auch effektiv vor Gelenkbeschwerden oder Atemwegserkrankungen. Und nicht zu vergessen: Hunde mit sozialen Kontakten wirken oft selbstbewusster, wenn sie stilvoll gekleidet sind. Hundemode ist also nicht nur ein optisches Vergnügen, sondern auch ein Ausdruck unserer Lebensweise.
Drei Grundregeln für das Anziehen von Hunden
Bevor wir über modische Kombinationen sprechen, sollten drei wesentliche Prinzipien beachtet werden:
1. Komfort ist das A und O – Kleidung muss zur Körperstruktur und zum Verhalten des Hundes passen.
Nichts darf die Bewegungsfreiheit einschränken – besonders beim Laufen, Springen und dem Toilettengang.
2. Die richtige Temperaturregulierung – passende Materialien wählen.
Warm, aber nicht überhitzt. Atmungsaktiv, aber winddicht. Besonders in Deutschland mit seinen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht sind Schichtsysteme sehr hilfreich.
3. Stil mit System – auch abgestimmt auf den Look des Menschen.
Stilvolle Hundekleidung muss nicht schrill oder verspielt sein. Dezente Farben und klare Schnitte unterstreichen die natürliche Eleganz des Hundes.
Die Herbst-/Winter-Garderobe: Praktische Must-Haves für Hunde
Ich habe für meine beiden Hunde je eine eigene Garderobe erstellt: einer ist ein kleiner, kurzhaariger Kältemuffel, der weiche Materialien liebt; der andere ist ein mittelgroßer Lockenhund mit viel Energie, der leichtere, wetterfeste Kleidung braucht. Hier sind meine Favoriten, nach Funktion geordnet:
1. Strickpullover – bequem, leicht, uneingeschränkt
Ein Klassiker für den Frühherbst oder warme Innenräume. Sie sind weich, elastisch und engt den Hund nicht ein.
Styling-Tipps:
• Am besten Rundhals oder V-Ausschnitt für leichtes Anziehen
• Farben wie Offwhite, Rauchgrau oder Karamellbraun lassen sich gut mit dem Look des Halters kombinieren
• Schlichte Muster wirken ruhiger – zu auffällige Designs können Unruhe fördern
• Die Länge sollte nur bis zur Taille reichen, um Toilettengänge nicht zu stören

2. Gefütterte Sweatshirts – Alltagstauglich und vielseitig
Ideal für Spaziergänge im Spätherbst oder Stadtbesuche. Sie bieten besseren Windschutz als Pullover und sind pflegeleicht.
Styling-Tipps:
• Kapuzenmodelle sind gut, solange die Sicht nicht behindert wird
• Gestrickte Bündchen halten Wind ab
• Minimalistische Prints oder Sticklogos für sportlichen Streetstyle
• In Dunkelblau oder Grau mit einem kleinen Hundegeschirr aus Kunstleder – cooler Look garantiert
3. Mäntel und Trenchcoats – die Königsdisziplin in Sachen Eleganz
Für Feiertage, Ausflüge oder Fotoshootings im Park oder am Schloss sind strukturierte Mäntel oder Trenchcoats ein Highlight.
Auswahlkriterien:
• Außenmaterial wie wasserabweisender Wollstoff oder PU-Leder, Innenfutter aus Flanell oder leichter Baumwolle
• Details wie Gürtel oder Doppelkknopfreihe werten das Erscheinungsbild auf
• Farblich eignen sich Retro-Töne wie Moosgrün, Tiefgrau oder Karamell
• Achtung: Diese Outfits sind für kurze Aufenthalte draußen gedacht – für lange Spaziergänge lieber leichtere Alternativen wählen
4. Regen- und Schneemäntel – Funktionalität geht vor
Der deutsche Winter ist nicht nur kalt, sondern auch nass. Regen- oder Schneejacken mit reflektierenden Streifen bieten Sicherheit bei Dunkelheit.
Worauf achten:
• Modelle mit Gummizug an den Hinterbeinen sitzen besser und halten den Wind ab
• Verstärkte Unterbauchpartien schützen empfindliche Bereiche
• Fütterung am besten abnehmbar, um auf wechselnde Temperaturen zu reagieren
• Nicht täglich tragen – die Haut muss atmen können
5. Dekorative Schals & Halstücher – kleine Akzente, große Wirkung
Für Hunde, die Kleidung nicht mögen, sind Accessoires wie Halstücher eine stilvolle und leichte Alternative.
Styling-Tipps:
• Hautfreundliches, antistatisches Material verwenden
• Muster wie Karo oder saisonale Designs (z. B. Schneeflocken, Winterfarben)
• Keine engen Knoten oder Metallverschlüsse – Verletzungsgefahr
Inspiration für verschiedene Stilrichtungen
Ich habe für meine beiden Hunde drei beliebte Herbst-/Winterlooks zusammengestellt – jede mit ihrem eigenen Charme:
1. Akademischer Retro-Look
Key-Pieces: brauner Strickpullover + Schachbrettmuster-Halstuch
Szenarien: Picknick im Park, Fotos auf dem Weihnachtsmarkt
Farben: Milchkaffee, Khaki, Moosgrün
Tipp: Auch der Halter kann Karo-Mantel tragen – ergibt einen charmanten britischen Look
2. Urbaner Streetstyle
Key-Pieces: grau-blaues Sweatshirt mit Fleece + Arbeitsgeschirr
Szenarien: Stadtspaziergang, Cafébesuch
Farben: Stahlgrau, Schwarz, Weiß mit Reflektoren
Tipp: Robuste Stoffe wählen, passend zu Sneakern und Rucksack des Halters
3. Skandinavischer Minimalismus
Key-Pieces: beigefarbener Mantel + weißer Schal
Szenarien: Ausflüge im Wald, Spaziergang im Schnee
Farben: Creme, Hellgrau, unaufdringliche Töne
Tipp: Hintergrund beim Fotografieren schlicht halten, damit der Hund im Fokus bleibt

Praktische Tipps für den Hunde-Winterlook
1. Langsame Gewöhnung an Kleidung:
Beginnt mit einem leichten Halstuch, steigert euch dann über T-Shirts bis hin zur Winterjacke.
2. Körpersprache des Hundes beobachten:
Kratzen, Lecken oder geduckte Haltung deuten auf Unwohlsein hin – Größe und Material prüfen!
3. Regelmäßige Reinigung und Lagerung:
Nach der Saison alles waschen, gut trocknen lassen und sauber verpacken – so bleibt alles hygienisch und haltbar.
4. Kleidung nicht dauerhaft tragen lassen:
Gerade in beheizten Innenräumen sollte der Hund möglichst frei sein – draußen anziehen, zuhause wieder ausziehen.
Warum Hundemode mehr ist als nur Spielerei
Ich bin überzeugt: Das Styling unserer Hunde ist weit mehr als ein Hobby – es ist ein Ausdruck unserer Beziehung. Wenn mein Hund in einem schönen Outfit nach draußen geht, zeigt er eine stolze Haltung und einen wachen Blick. Und ich sammle durch jede Kombination schöne Erinnerungen mit ihm.
Das Aussuchen, Kombinieren und Vorbereiten der Kleidung ist für mich genauso bedeutungsvoll wie unser gemeinsames Leben. Denn für diese treuen Begleiter ist ein warmes, bequemes und stilvolles Outfit im Herbst und Winter ein kleiner Akt der Fürsorge – und vielleicht der liebevollste, den wir ihnen schenken können.